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Referenteninterviews

"Alles beginnt mit dem einfachen Entscheid, etwas verändern zu wollen"

"Alles beginnt mit dem einfachen Entscheid, etwas verändern zu wollen"

Evi Giannakopoulos, Gründerin und Inhaberin von stress away über Stressbewältigungsstrategien im Alltag

SWISS MANAGEMENT RUN 2019

Ihr Unternehmen setzt auf die Methode der Stressvermeidung oder -verminderung und spricht demnach Personen an, die von Stress betroffen sind. Wie kriegt man den Alltag und den dadurch ausgelösten Stress unter einen Hut? Stellt sich da kein Teufelskreis ein, da man sich durch den Versuch, den Stress zu vermindern, noch mehr vornimmt?

Evi Giannakopoulos: Mit der stress away®-Methode lernt man, Stress gar nicht aufkommen zu lassen, weil man die Dinge anders tut. Es kann kein Teufelskreis entstehen, weil man sich nicht mehr vornimmt, sondern Dinge einfach anders, zielführender angeht. Die Selbstwirksamkeit wird gesteigert. Die Methode hilft aber auch, vorhandenen Stress rasch wieder abzubauen und sich zu erholen.
Zu meinen Klienten gehören Berufsleute, die trotz hoher Anforderungen leistungsfähig und gesund bleiben wollen und ihre innere Ruhe (wieder-)finden wollen. Menschen, die gestresst oder ausgelaugt sind und das in Zukunft ändern möchten – sei es, um mit Dingen abzuschliessen, um mit einer aktuellen Situation besser umzugehen oder um neue Ziele und Visionen zu verwirklichen. Menschen, die ihre persönliche Stressbewältigungsstrategie für ihren fordernden Berufsalltag unter professioneller und motivierender Leitung erarbeiten möchten. Die Teilnehmenden meiner Einzelcoachings und Firmenseminare sind Führungs- und Berufsleute aus ganz verschiedenen Branchen. Auch Studierende zur Vorbereitung auf eine Abschlussprüfung oder Familienmangerinnen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen möchten. Stress betrifft alle Altersgruppen. Jeder Berufstätige ist auf seine individuelle Umgebung, seine Fähigkeiten und Lebenslage mit dem hektischen Berufs- und Privatleben konfrontiert.

Was können Sie gestressten Menschen bieten, wie gehen Sie dabei vor?

EG: Seit 2008 führe ich mein eigenes Unternehmen stress away® und unterstütze meine Klienten dabei, mehr Lebensqualität zu gewinnen und stressresistenter zu werden. In meiner Aufgabe als Stresscoach und Seminarleiterin mache ich gestressten Menschen die eigene Kraft ihrer Gedanken, Überzeugungen und ihre Werte bewusst. Damit helfe ich ihnen, perfektionistische Leistungsansprüche kritisch zu überprüfen und die eigenen Leistungsmöglichkeiten zu erkennen. Wir spielen schwierige, bevorstehende Situationen gedanklich durch (Mentaltraining). Das nimmt ihnen den Stress, da sich ihr «Mind-Set» an die Lösungssituation gewöhnt. Ich unterstütze sie durch Zeit- und Organisationsmanagement organisatorische Veränderungen in ihrem Berufs- und Privatleben vorzunehmen, die sie entlasten und helfen, Schwierigkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung zu sehen, innerlich mehr Distanz zu gewinnen, um abends von der Arbeit abschalten zu können. Ich motiviere sie, des Positiven, Erfreulichen, Gelungenen bewusst zu werden und Dankbarkeit und Selbstliebe zu stärken. So kleben sie nicht an unangenehmen Gefühlen von Verletzungen oder Stress, sondern finden einen Weg, diese loszulassen.

Wie integrieren Sie persönlich Ihre stress away®-Methoden in den Alltag?

EG: Mit 21 Jahren war ich Gruppenleiterin eines 15-köpfigen Teams in einem Finanzunternehmen. Überstunden, Stress und Reorganisationen gehörten täglich dazu. Nebenberuflich unterrichtete ich noch Aerobic-Klassen und Entspannungstrainings. Ich lernte schnell, mit der Hektik und den Herausforderungen konstruktiv umzugehen, mir und meinem Umfeld zuliebe. Da ich die stress away®-Methode selbst lebe, gelingt es mir gut, mit Stress oder Druck umzugehen. Ich gehe lösungsorientiert vor und grüble nicht lange nach. Meine innere, positive Haltung hilft mir, hektische Situationen nicht als Gefahr, sondern einfach als Herausforderung zu sehen. Es gibt für alles immer eine Lösung, manchmal muss man sich etwas gedulden oder Dinge, die man nicht ändern kann akzeptieren, wie sie sind. Zwischenmenschlichen Stress vermeide ich, indem ich mit den Betroffenen rede. Diese stressresistente Lebensweise kann man bei mir trainieren. Mentaltraining, Meditation und andere kraftvolle Kurzübungen unterstützen mich seit Jahren und gehören zu meinem Leben, wie das Zähneputzen.
Mit der selbst entwickelten, seit 12 Jahren eingesetzten stress away®-Trainingsmethode erzielen gestresste Menschen rasche Erfolge. Weil eben viel Zeit zum Trainieren haben wir nicht. Die Methode vereinigt Wissen von anerkannten Gesundheitskonzepten und fokussiert ganzheitlich auf Stressabbau, fördert die Stressresistenz und beugt Burnout vor. Wir trainieren in den Bereichen Achtsamkeit, Mentaltraining, Entspannung und Herzkohärenz, psychisches Gleichgewicht, Zeitmanagement und Arbeitsorganisation, Antistress-Food, Bewegung. Nach dem 4-Wochen-Trainingsprogramm kann man seine Stressquellen bewusster wahrnehmen, und die wirkungsvollen Übungen helfen, gezielt zu entspannen und Kraft zu tanken. Mit einem veränderten Fokus auf sein Verhalten und seine Einstellung gelingen Veränderungen von halb alleine. Alles beginnt mit dem einfachen Entscheid, etwas verändern zu wollen und den ersten Schritt zu machen, sich für ein stress away®-Training anzumelden. Sokrates sagte mal: «Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.»

Funktioniert stress-away auch als kurzfristige Methode, bei der man sich eine beschränkte Auszeit gönnt? Oder ist sie nur wirksam, wenn man sie dauerhaft aktiv in den Alltag integriert?

EG: Auch in einer Auszeit ist das Eintrainieren der stress away®-Methode ein Gewinn (siehe auch Personal Training 4-Wochen-Trainingsprogramm), denn man kann die stressresistentere Lebensweise danach wieder im Alltag einsetzen. Dadurch, dass das Bewusstsein erweitert wurde, geht man die Dinge danach anders an und erfreut sich daran, effizienter und zielführender zu arbeiten. Diese stressresistente Haltung integriert man danach dauerhaft in den Berufsalltag.
Manchmal ist man frustriert im Job und weiss nicht weiter. Nicht immer ist gleich ein Jobwechsel das Richtige. Vor den Problemen flüchten, ist nicht wirklich die beste Möglichkeit. Viel mehr würde man seinen Ängsten und Sorgen auf den Grund gehen, den Frust mal sichtbar machen. Darin liegt die Qualität, denn die entsprechenden Erkenntnisse helfen, weitere Schritte in die gewünschte Richtung zu unternehmen. Handeln und herausfinden, was man wie anders haben will und es umsetzen. Diese Selbstreflektion kann man in einer Auszeit oder an einem Wochenende durchführen. Ein erfahrener Stresscoach kann dabei wertvoll unterstützen.
Wir leben in einer sehr ungeduldigen Gesellschaft und viele fühlen sich als Versager, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt oder nicht nach ihren Vorstellungen funktioniert. Dann verbaut man sich die Chancen selbst und merkt es nicht mal. Angst führt zum Scheitern und Vertrauen und Furchtlosigkeit führen zum Erfolg. In solchen Momenten hilft die Kraft des positiven Denkens und die emotionale Intelligenz.

Vielen Dank für das Interview!

"Die Qualität der Pausen entscheidet über Erfolg oder Misserfolg!"

"Die Qualität der Pausen entscheidet über Erfolg oder Misserfolg!"

Philipp Heider, CEO und Personal Coach der R1 Sportsclub GmbH über den Umgang mit der modernen Arbeitswelt

SWISS MANAGEMENT RUN 2019

Wie managen Sie es bei R1 Business Solutions, auf die Schnelllebigkeit und Hektik der modernen Arbeitswelt zu reagieren und Pausen einzuplanen? Geht andauerndes «Stop and Go», ohne dass der Erfolg des Unternehmens darunter leidet?

Philipp Heider: In der Welt des Sports gibt es eine «Weisheit», die zu dieser Fragestellung aus meiner Sicht perfekt passt. "Das Leben besteht aus einer Serie von Sprints mit angemessenen Pausen dazwischen. Die Qualität der Pausen entscheidet über Erfolg oder Misserfolg!"
Es kommt also aus meiner Sicht weniger auf die reine Quantität als vielmehr auf die Qualität der Pausen an. Letztlich gilt es sowohl auf persönlicher als auch auf unternehmerischer Ebene eine Pausengestaltung zu finden, die zum Individuum bzw. zum Unternehmen passt. Eine Blaupause hierfür gibt es daher aus meiner Sicht nicht.
Von einem "Stop and Go" würde ich ohnehin nicht reden, denn ich verstehe eine Pause nicht als Anhalten, sondern vielmehr so, dass die Energie in eine andere Richtung, nämlich nach innen fließt.
Ich halte es für essenziell, dass Energie im Fluss und im Gleichgewicht ist. Es gibt daher aktive, dynamische Wachstumsphasen, in denen die Energie nach außen getragen wird, es braucht aber als komplementäres Gegenstück auch die nach innen gerichtete, kontemplative Phase der Besinnung und Konsolidierung, um einen gewissen Abstand und somit eine Objektivität hinsichtlich des Erreichten zu gewinnen, die Erfolge zu feiern und aus den Fehlern zu lernen.
Somit stellt sich für mich nicht die Frage, ob der Unternehmenserfolg darunter leidet, sondern vielmehr die Frage, wie erfolgreich ich als Individuum und wir als Unternehmen überhaupt ohne diese Pausen sein können.

Im immer schnelleren Geschäftsumfeld wird es oft schwierig, selbst Zeit für eine Pause zu finden. Wie schaffen Sie es, Ihre Work-Life Balance in gesundem Masse zu gestalten?

PH: Bei dieser Fragestellung erstaunt es mich immer wieder, dass der Gedanke an regelmäßige Pausen nach wie vor in der Unternehmenswelt als «böhmisches Dorf» bzw. teils kritisch gesehen wird, da es scheinbar nicht dem klassischen Bild «des Machers/der Macherin» entspricht. Im gleichen Zug spricht die ganze Welt, insb. im Zuge der Digitalisierung, von den Vorzügen Daten getriebener Entscheidungsprozesse.
Die Daten wiederum, mit anderen Worten die Studienlage, sprechen eine ganz eindeutige Sprache. Nämlich die, das gezielte Pausen durch Power Naps, Spaziergänge oder Spiele die Kreativität und Leistungsfähigkeit signifikant erhöhen. Ich sehe es somit als reine Frage der Priorisierung und nüchtern betrachtet als Investment in mich und mein unternehmerisches Wirken.
Darüber hinaus habe ich auch in der Praxis erlebt, dass die Zeit, die ich in Pausen investiere, einen vielfach größeren Ertrag einbringt, als wenn ich keine Pausen mache. Sei es in Bezug auf empathische Mitarbeiterführung, den partnerschaftlichen Kontakt mit Kunden oder den lösungsorientierten Umgang mit Herausforderungen im Alltag.
Somit stellt sich für mich gar nicht die Frage ob bzw. wie ich Pausen einplane, sondern sie sind ein fester Bestandteil meines Alltags, dem ich andere, vermeintlich wichtige Dinge, unterordne, in dem Wissen, dass es eine Investition ist, die mich und das Unternehmen langfristig weiterbringt.
Und noch ein Wort auf philosophischer Ebene. Ich bin überzeugt, dass der messbare Anstieg an Burn-out, Depressionen und allgemeiner Unzufriedenheit in der Bevölkerung sehr stark damit zusammenhängt, dass Menschen sich durch die Abwesenheit von gezielten und qualitativ hochwertigen Pausen in eine Situation geraten, in der sie sich vom Leben vor sich her getrieben fühlen und im sprichwörtlichen Hamsterrad gefangen sind. Auch und insb. in dieser Hinsicht halte ich eine individuelle sowie Unternehmenskultur, die diesen Aspekt mehr in den Vordergrund rückt, für unabdingbar und als Teil der unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung.

Widerspiegelt der Swiss Management Run ebenfalls Ihre Absichten von einer Abwechslung vom Alltag? Ist das Ihre Art eine kurze Pause vom Alltag zu erhalten oder wie setzen Sie Pausen um?

PH: Für mich stellt der Swiss Management Run eine gelungene Möglichkeit dar, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Wir werden mit einigen unserer Kunden ein Wochenende in unserem Partnerhotel Valsana Hotel & Appartements in Arosa verbringen, das Naturschauspiel der Schweizer Alpen genießen, uns im Zuge des Swiss Management Run körperlich ertüchtigen und die Möglichkeit nutzen unser Netzwerk in entspannter Atmosphäre  zu erweitern und neue Impulse mitzunehmen.

Eine erholsamere und schönere Art des geschäftlichen Wirkens kann ich mir kaum vorstellen.

Vielen Dank für das Interview!

"Alles was Freude und Spass auslöst hilft einer Genesung"

"Alles was Freude und Spass auslöst hilft einer Genesung"

Dijana Petra, Schmerztherapeutin und MentalCoach der Pain Relief Praxis über Therapieformen zur Schmerzbekämpfung

SWISS MANAGEMENT RUN 2019

Was halten Sie von Sport als Therapie zur Schmerzbekämpfung? Denken Sie, dass, neben Ihren Hypnosetherapien oder der Homöopathie, auch Sport eine erfolgreiche Methode darstellt, um sich zu therapieren?

Dijana Petra: Da ich auch mental mit meinen Klienten arbeite, sehe ich natürlich auch den Sport als ein mentales Vergnügen. Alles was Freude und Spass auslöst hilft einer Genesung. Jedoch ist es immer wichtig, dass es in einem angemessenen Mass gehalten wird, sowie in Absprache mit Arzt und/oder Therapeut. Ich empfehle niemanden bei chronischen oder akuten Schmerzen sich selber zu therapieren.
Schmerz nimmt jeder anders wahr! Bei einem ist die Schmerzempfindung sehr tief, andere können dagegen kaum Schmerz ertragen. Hier ist das eigene Gefühl sehr wichtig. Gerade starke Führungspersönlichkeiten haben oft Mühe Schwächen einzugestehen und haben darum unbewusst ihre Schmerzempfindung reduziert. Oft ignorieren sie Schmerzen oder blenden sie aus, dies kann zu chronischen Schäden führen!
Wichtig ist, dass der Fokus nicht auf dem Schmerz, sondern auf der Genesung liegt, also eine vollkommene Heilung. Hypnosetherapie setzt den Fokus auf Genesung und Homöopathie unterstützt den natürlichen Heilungsprozess.
Ja, Sport kann auch eine gute Therapie sein aber eben nicht nur. Ich arbeite ganzheitlich und passe die Therapie individuell auf den Klienten an. Wenn also der Sport auch zur Heilung führt, sollte dies auch in die Therapie eingebunden werden.

Wie wenden Sie Ihre Methoden im Alltag an, damit Sie eine gesunde Work-Life Balance herstellen können?

DB: Selbsthypnose ist aus meiner Sicht die effizienteste Methode, welche ich mir im stressigen Alltag gönne. Damit kommt man in 3 Sekunden in einen entspannenden, schönen, ruhigen Ruhemodus – in dieser «Leere» verbleibe ich dann für 5 Minuten.
Das ist wie den Computer neu zu starten, danach läuft der Computer wieder schnell und effizient. Selbsthypnose lernen meine Klienten auch um akute Schmerzen kurzfristig abzuschalten. So ist es möglich z.B. vor einer wichtigen Sitzung Kopf- oder Zahnschmerzen abzuschalten.

Vielen Dank für das Interview!

"Vereine sind gezwungen, um die Gunst der Menschen zu buhlen"

"Vereine sind gezwungen, um die Gunst der Menschen zu buhlen"

Stefano Santinelli, CEO von localsearch - Swisscom Directories über die Wichtigkeit der digitalen Präsenz

SWISS MANAGEMENT RUN 2019

Viele Vereine bekunden Mühe, neue Mitglieder für sich zu begeistern. Haben die Schweizer einfach keine Lust mehr, sich zu engagieren?


Stefano Santinelli:
Ich glaube nicht, dass die Schweizer keine Lust mehr auf das Vereinsleben haben. Nur die Freizeit-Konkurrenz ist merklich grösser geworden.
Beispiel Netflix: Heute ist es möglich, tagelang richtig gute Serien schauen – und sich auch gleich noch das Essen nach Hause zu bestellen. In den sozialen Medien kann man ebenfalls unendlich viel Zeit verbringen. Selbst das Veranstaltungsangebot im öffentlichen Raum ist heute so gross wie noch nie, von Konzerten, Quartierfesten über Streetfood-Festivals bis hin zu Open-Air-Kinos. All das erschwert es vielen aktiven Menschen, auch noch Zeit für das Vereinsleben zu finden.
Was das für Vereine heisst? Sie müssen sich aktiv um ein gutes Image kümmern und attraktiv auftreten, um überhaupt als Alternative zu allen anderen Ablenkungen wahrgenommen zu werden. Sie müssen ihr «Produkt» auf einer Website ansprechend darstellen. Sie müssen im Internet leicht gefunden werden, wenn jemand nach ihnen sucht. In aller erster Linie müssen sie aber lernen, dass sie in Konkurrenz zu anderen Freizeit-Aktivitäten stehen und gezwungen sind, um die Gunst der Menschen zu buhlen.


Ihr Unternehmen ist online gut positioniert und erfolgreich. Was ist Ihr Erfolgsrezept und ist es auf Vereine übertragbar?

SS:
Auch wir müssen tagtäglich um unsere Kunden kämpfen und sie von den Vorteilen unserer Produkte überzeugen. Das schaffen wir nur, wenn wir selbst die höchsten Ansprüche an unsere Dienstleistungen haben, sie auf dem letzten Stand der Digitalisierung sind und wenn wir unsere Kunden damit begeistern können. Kurz: Wir schnüren für unsere Kunden ein attraktives und überzeugendes Packet aus innovativen Dienstleistungen, guter Beratung und einem starken Markenversprechen. Das alles nützt uns allerdings nichts, wenn uns potenzielle Kunden nicht finden und uns nicht kennen. Deshalb ist es für unseren Geschäftserfolg entscheidend, überall da präsent zu sein, wo sich unsere Zielgruppe über themenbezogene Problemlösungen, Dienstleistungen und Anbieter informiert.   

Natürlich kann man Vereine nicht eins zu eins mit kommerziellen Unternehmen vergleichen. Die grundsätzlichen Herausforderungen sind aber dieselben. Ich bin sogar überzeugt, dass Vereine, gleich welcher Ausprägung, je länger je mehr eine unternehmerische Perspektive einnehmen müssen. Nur so können sie auch künftig Mitglieder gewinnen, Sponsoren überzeugen und sich die Sympathie der Bevölkerung sichern.


Ein «Do» und ein «Don’t» für einen guten digitalen Auftritt?

SS:
Ob Verein oder Firma: Ich bin ich davon überzeugt, dass man neuen Technologien gegenüber neugierig bleiben muss und lieber einmal etwas zu viel ausprobiert statt einmal zu wenig. Den grössten Fehler macht man nämlich dann, wenn man meint, es sei jetzt alles getan. Wer einen erfolgreichen digitalen Auftritt hinlegen möchte, der darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die digitale Welt wandelt sich rasant und was heute State-of-the-Art ist, kann morgen schon veraltet sein.

"Die Schweiz ist sportlich und bewegt sich gerne"

"Die Schweiz ist sportlich und bewegt sich gerne"

Susan Shaw, General Manager bei GIM Suisse über das Schweizer Sportverhalten

SWISS MANAGEMENT RUN 2019

Bereits in ihrem ersten Satz der Vorstellung Ihres Vortragsthemas fragen Sie nach der Sportaktivität der Schweizer Bevölkerung. Wie genau treiben die Schweizer denn Sport? Worauf können wir uns 2020 einstellen?

Susan Shaw: Das Spannende an unserer Studie ist, dass sie aufzeigt, wie unterschiedlich die Schweizer und Schweizerinnen Sport treiben. Ausgehend von den Motiven, warum man Sport treibt, haben wir ganz unterschiedliche Typen gefunden. Wir haben gesehen, dass die Schweiz sehr sportlich ist und sich gerne auch viel bewegt. Drei Viertel der Deutsch- und Westschweizer geben an, mindestens einmal pro Woche Sport zu treiben. Dieser Anteil liegt beispielsweise in Deutschland tiefer.
Punkto Trends sehen wir einerseits die digitalen Gadgets, Coaching-Apps oder Wearables, welche das Sporttreiben dokumentieren, vermessen, mit anderen vergleichen und durchtakten. Andererseits lässt sich aber auch seit längerem ein Trend in Richtung Outdoor-Sport beobachten: Wandern, in der Natur sein, extreme Erfahrungen erleben. Beides zusammen ergibt eine Tendenz dazu, aus seinen sportlichen Aktivitäten einen Profit zu schlagen: Viele Likes auf Instagram, eine Leistungssteigerung in der App erfassen bis hin zu Prämien bei der Versicherung zu sparen.

Worin sehen Sie die Vorteile der Analyse des Schweizer Sportverhaltens? Welche Massnahmen können daraus zum Beispiel für bessere Krankheitspräventionen oder Krankenversicherungsbeiträge ergriffen werden?

SS: Die Studie hilft, um zu verstehen WARUM Personen Sport treiben. Somit hilft sie bei der gezielten Motivation oder bei der Ausarbeitung von Dienstleistungen und Produkten im Zusammenhang mit Bewegung und Sport. Für Unternehmen im Sportbereich ist sie spannend, um die Kommunikation von Marketing-Aktivitäten oder von Produkten zielgruppengerecht auszusteuern. Neben Sportmarkenaffinitäten haben wir auch noch erhoben, wie hoch die Ausgaben für Sportgeräte sind und noch viele weitere Fragen. Mehr dazu dann in meinem Referat.

Im Referat von Frau Giannakopoulos am diesjährigen Swiss Management Run geht es um die Stressbewältigung des Alltags. Wie gleichen Sie Ihren Arbeitsalltag aus?

SS: Für mich ist Sport die perfekte Stressbewältigung und hier bin ich auch recht vielseitig unterwegs, wenn es denn die Arbeit zulässt. Ich habe mich in verschiedenen Vertretern unserer Typologie wiedergefunden.

Gibt es dazu konkrete Erkenntnisse der GIM über effiziente Methoden?

SS: Nun, welches die effizienteste Methode zur Stressbewältigung ist, können wir aus der Studie nicht herauslesen. Es gibt aber ein Segment in unserer Studie, bei der genau der Ausgleich zum Alltag und die Stressbewältigung das Hauptmotiv zum Sporttreiben überhaupt sind.

Vielen Dank für das Interview!